Corallus batesii

Corallus batesii

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07.03.2017

Corallus caninus, Guyana

1,1 Corallus batesii

Foto HaraldQ

Corallus caninus,  Brasilien

Corallus batesii

Foto HaraldQ

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Corallus batesii kommt aus dem tropischen Regenwald von Südamerika südlich des Amazonas und westlich des Rio Negro vor. Corallus batesii gehörte bis 2009 zu Corallus caninus und wurde als Amazonas-Tiefland Form, Brasilianische Form oder in den USA als Amazon Basin bezeichnet.
Zu Corallus caninus gehören heute nur noch die Tiere die man vorher als Guyana-Schild Form bezeichnete.
Corallus caninus sind Tiere die nördlich des Amazonas und östlich des Rio Negro vorkommen.
Das einzige zuverlässige optische Unterscheidungsmerkmal sind die Schuppen im Schnauzenbereich (siehe Fotos unter diesen Text).
Ebenfalls kann man sagen, dass Corallus caninus niemals eine durchgezogene Rückenlinie aufweisen, es gibt aber durchaus Corallus batesii die dies ebenfalls vermissen lassen.
Auf jeden Fall ist aber ein Tier mit durchgezogener Rückenlinie immer ein Corallus batesii.

Corallus caninus,  Kopfstudie Guyana Corallus caninus, Kopfstudie Brasilien.

Corallus caninus

Foto HaraldQ

Corallus batesii

Foto HaraldQ

Das einzige zuverlässiges Unterscheidungsmerkmal zwischen Corallus caninus und Corallus batesii sind die Kopfschuppen im Bereich der Schnauze.
Corallus batesii haben dort immer kleinere und mehr Schuppen als die Tiere aus den anderen Verbreitungsgebieten.

Die Hundskopfboa gehört zweifelsohne zu den in der Haltung anspruchsvollen Riesenschlangen.
Meist sind Importtiere schon dermassen dehydriert, dass sie die nächsten Monate nicht mehr überleben.
Innere und auch äussere Parasiten sind in der Regel Standard.
Eine Kotprobe zu bekommen, ist bei nicht fressenden Tieren unmöglich, hier sollte eventuell prophylaktisch eine Entwurmung durchgeführt werden.
Bei stark dehydrierten Tieren sollte eine Elektrolyt- oder Glukose-Salz-Lösung injiziert werden.
Hierzu konsultiert man möglichst einen Tierarzt mit Reptilienerfahrung .

Corallus batesii sind dankbare Terrarienbewohner,
vorausgesetzt man bekommt stabile Nachzuchttiere und hält sich an einige Richtlinien.
Von Corallus caninus Wildfänge rate ich dringend ab,
da diese Tiere früher oder später Probleme machen.
Auch meine Corallus caninus hielten sich über Jahre hinweg bei bester Gesundheit, bis sie plötzlich und scheinbar grundlos am Regurgitationssyndrom (auswürgen der halb verdauten Nahrung) erkrankten. Caninus Wildfänge sind für den durchschnittlichen Terrarianer leider total ungeeignet. Gute Nachzuchten hingegen sollten durchaus auch problemlos für den fortgeschrittenen Terrarianer zu halten sein.

HaraldQ NZ 09, ein Tag alt

Corallus batesii, ENZ 09, Jungtier 1 Tag alt mit ungewöhnlich grossem Weissanteil. Foto HaraldQ

1,0 Corallus batesii

Foto HaraldQ

Die Haltung:

Wichtig ist die Fütterung, die Temperatur, die Belüftung und die Luftfeuchtigkeit im Terrarium.
Die Temperatur im Terrarium sollte nachts 23° C und tagsüber 28°- 30° C betragen.
Gefüttert werden sollte nur mit relativ kleinen Futtertieren. Corallus caninus und batesii haben einen sehr langsamen Stoffwechsel. Eine ca. 150 cm lange Schlange sollte ca. alle 14 Tagen nur eine halbwüchsige Ratte bekommen. Es gibt auch Tiere die anscheinend schneller verdauen. Wenn man genug Erfahrung hat und dies erkennt, kann man durchaus auch diese Arten häufiger und grösser füttern. An Sommertagen, an denen die Temperatur im Terrarium über 30°C steigt, sollte man besser kein Futter reichen, weil dies im langsamen Verdauungstrakt der Tiere schneller verwest als verdaut wird. Es kann hierdurch zum Erbrechen der halb verdauten Nahrung kommen. So etwa ab der 3. Fütterung sollte man, wenn der Darm im Bereich vor der Kloake stark gefüllt (angeschwollen) ist, besser mit der nächsten Fütterung warten bis das Tier abgekotet hat. Dies geschieht dann meist spätestens während der nächsten Häutung.
Wenn der Druck im Bauch der Schlange, durch die entstehende Verdauungsgase im Magen und eine zu grosse Menge Kot im Darm zu stark wird, kommt es oft auch zum erbrechen der Nahrung während dem Abkoten.
Die Luftfeuchtigkeit im Terrarium  muss recht hoch gehalten werden, mindestens genau so wichtig ist aber eine gute Durchlüftung. Stickige Luft darf nicht entstehen.

Corallus batesii Nz beim wiegen mit gut 6 Monaten.
Das Tierchen wog bei der Geburt 38,3 gr.
Nun wiegt es 70,69 gr.
Es hat sich bisher 2x gehäutet, 7x gefressen und 32,39 gr zugenommen.
Es handelt sich um meine eigene Nachzucht von 07/01/2009.
(Die kleine Box wurde natürlich nur zum wiegen des Tieres verwendet.)
Foto HaraldQ

Das Regurgitationssyndrom:

Hat ein Tier mal, bedingt durch einen Haltungsfehler, die Nahrung ausgewürgt, ist dies noch kein allzu grosses Problem. Wichtig ist, dass sich der Magen des Tieres erst mal beruhigen kann. Nach frühestens drei Wochen kann man wieder ein sehr kleines Futtertier anbieten, eine 1,5 Meter lange Schlange darf nur eine 2 Tage alte Ratte bekommen! Nun kann man ganz langsam die Grösse der Futtertiere wieder von Fütterung zu Fütterung steigern, hierbei gilt auf jeden Fall die Regel, “weniger ist manchmal mehr”! Wichtig ist das man den Fehler, der das Regurgitationssyndrom ausgelöst hat, erkannt hat (z.B. zu grosses Futtertier, zu kurze Pausen zwischen den Fütterungen, zu hohe Temperatur im Terrarium) und nicht noch mal begeht, bzw. abgestellt hat.

Mythos Vogelfresser:

Oft liest man in älteren Büchern, Corallus ssp. würden sich in der Natur hauptsächlich von Vögel ernähren. Der Beweis hierfür seien die langen Zähnen. Tatsächlich verschmähen die meisten Tiere dieser Art aber Vögel als Nahrung. Ich behaupte, ein Corallus hat aus dem Grund seine langen Zähne weil er auf Bäumen lebt. Die Evolution hat dafür gesorgt, dass sich der perfekte Jäger in diesem speziellen Lebensraum entwickelt. Kommt im Geäst mal ein potenzielles Beutetier vorbei, kann eine Schlange es sich nicht erlauben, nach einem gezielten Fangbiss, dieses Tier wieder zu verlieren. Das Beutetier würde mehrere Meter abstürzen und wäre für die Schlange nun unerreichbar.
Die Beute der Corallus Arten besteht, meiner Meinung nach, aus diversen Kleinsäugern, Fledermäusen, Flughunden und ab und zu wird sicher auch mal eine Eule oder ein anderer Vogel erbeutet. In der Regel gibt es aber verhältnismässig wenig nachtaktive Vögel, so dass es auch unlogisch wäre, dass eine nachtaktive Schlange sich auf diese Nahrung spezialisieren könnte.
Nach meinen eigenen Erfahrungen und auch aus zahlreichen Berichten anderer C. caninus / batesii Halter weis ich, dass Vögel nicht die favorisierte Nahrung dieser Schlange ist. Vögel werden von den meisten Tieren erst gar nicht angenommen.
Der Mythos, dass C. caninus / batesii Vogelfresser sind , können wir also heute mit Sicherheit wiederlegen. Buchautoren schreiben meist ohne eigene Erfahrungen von anderen ab.
Leute lesen es und geben es weiter. Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass der Mythos vom vogelfressenden Caninus  weiter lebt.

Fazit:

Nach meinen Erfahrungen und vor allem, nach vielen Gesprächen mit anderen Züchtern, gibt es keine genauen Richtlinien über die Fütterung und Haltung von C. caninus / batesii . Viel zu unterschiedlich sind die Erfahrungen anderer und auch meine eigenen. Jeder C. caninus / batesii ist individuell zu behandeln, nicht in jedem Punkt, aber in den einzelnen. Was der eine Züchter für absolut Notwendig hält, vernachlässigt ein anderer total und beide haben trotzdem die gleichen Zuchterfolge. Hält man sich jedoch an die von mir genannten Regeln, kann man im Grunde nichts falsch machen, Änderungen in der Haltung kann man dann für jedes Tier selbst abstimmen.
Genau aus diesem Grund möchte ich jedem unerfahrenen Terrarianer von der Anschaffung dieser Schlange abraten! Statt dessen kauft man sich besser stabile Morelia viridis oder Corallus hortulanus Nachzuchten, die in der Regel unempfindlicher und einfacher in der Haltung sind. Hat man jedoch die erforderliche Erfahrung, ein Gefühl für Schlangen und die Gabe Fehler rechtzeitig zu erkennen, ist C. caninus / batesii  die absolute Krönung in der Terraristik. Diese Schlange ist zweifelsohne die Königin aller Schlangen! Morelia viridis ist zwar optisch sehr ähnlich und für den Laien kaum vom C. caninus / batesii zu unterscheiden , aber wenn man genauer hin sieht entdeckt man schon ein paar Unterschiede.  Ganz so extrem, wie es mal ein befreundeter Terrarianer scherzhaft auf den Punkt brachte,
würde ich es dann doch nicht sehen.
Seine Behauptung: “Der Chondro ist doch nur ein billiger Abklatsch vom Caninus”.
Man möge es ihm verzeihen...

HQ-Striped Basin Linie:

Im März 2007 erwarb ich ein 3 Jahre altes Corallus batesii Männchen welches einen kompletten Rückenstreifen ohne irgendwelche sonstige Zeichnungselemente besaß.
Obwohl die Genetik dieses Tieres noch unklar war, erwarb ich dieses Tier zu einem hohen Preis.
Im Januar 2009 bekam ich den ersten Wurf von diesem Tier.
Es waren 4 Babys, eins davon kam tot zur Welt, eins war perfekt gestreift und zwei der Babys fielen durch einen extrem hohen Weißanteil auf.
Im Juni 2009 erfolgte ein weiterer Wurf, dessen Vater wieder mein gestreiftes Männchen ist.
11 Jungtiere kamen zur Welt, 6 gestreifte Tiere, eins davon mit einem extrem dicken weisen Streifen, es ähnelte 100%ig dem Halbgeschwistertier aus dem ersten Wurf. 5 der gestreiften Tiere hatten einen dünneren Streifen, dieser wird aber innerhalb der ersten 3-4 Jahre noch zunehmen. Der Vater der Kleinen soll ebenfalls als Baby unspektakulär ausgesehen haben.
Die 5 normal aussehenden Jungtiere hatten aber im Vergleich zu sonstiger Corallus batesii Nachzuchten und auch im Vergleich zu ihrer Mutter, wieder einen überdurchschnittlich hohen Weißanteil.

Mir ist bis heute nicht bekannt, dass sonst jemand ein genetisch gestreiftes Tier besitzt, dass nicht aus meiner Zucht stammt. Daher nenne ich Tiere die aus meiner Zucht stammen HQ-Striped Basins.
(Angelehnt an ihren amerikanischen Namen;  Amazon-Basins.)

Der Urvater der HQ-Striped Basin Linie:

Corallus caninus,  Brasilien gestreift

HQ-Striped Basin Linie

Foto HaraldQ

Das erste gestreifte Baby meiner Linie:

HaraldQ NZ 09, ein Tag alt

HQ-Striped Basin Linie, ENZ 09

Foto HaraldQ

Gleiches Tier nach der Umfärbung.

Foto HaraldQ

Hier geht es zu den Corallus Bildern.